Wohnung

Wohnungspreise Steyr: 18 amtliche Werte statt einer Zahl

Für Eigentumswohnungen in Steyr gibt es nicht einen Quadratmeterpreis, sondern achtzehn. Der auffälligste Befund darin ist das Baujahr: Ab 1991 liegt der Quadratmeter in Steyr rund 45 Prozent über den Wohnungen aus 1961 bis 1990. Und der Balkon wirkt vor allem im Altbau.

Stand: 8. November 2026 · Lesezeit rund 8 Minuten · Alle Zahlen amtlich und mit Quelle

„Was kostet der Quadratmeter in Steyr?“ ist die häufigste Frage im Erstgespräch und die, auf die es keine ehrliche Ein-Zahl-Antwort gibt. Die Statistik Austria weist für die Statutarstadt Steyr nicht einen Wert aus, sondern neun: dreimal Baujahr mal dreimal Wohnfläche. Und weil eine Wohnung mit Balkon ein anderes Produkt ist als dieselbe ohne, gibt es diese neun Werte zweimal.

Die amtliche Tabelle für Steyr

Eigentumswohnungen nach Baujahr und Wohnfläche, Bezirk Steyr, Jahrgang 2025, in Euro je m² Wohnfläche
Bis 19601961–1990Ab 1991
unter 66 m²66–84 m²über 84 m²unter 66 m²66–84 m²über 84 m²unter 66 m²66–84 m²über 84 m²
ohne Balkon, Terrasse oder Garten2.0742.0301.6512.2242.1761.7703.2753.2052.606
mit Balkon, Terrasse oder Garten3.7333.6532.9712.5072.4531.9953.6213.5442.882

Statistik Austria, Immobilien-Durchschnittspreise, Jahrgänge 2016–2025 (veröffentlicht 28.05.2026). Bearbeitet: Jahrgänge zu Zeitreihen zusammengeführt, Veränderungen daraus berechnet.

Lesehilfe: Eine 75 Quadratmeter große Wohnung aus dem Jahr 2005 mit Balkon steht in der Zeile „mit Balkon, Terrasse oder Garten“, im Block „Ab 1991“, in der mittleren Spalte. Bei 3.544 Euro je Quadratmeter Wohnfläche wären das für 75 m² rund 266.000 Euro als statistischer Ausgangswert. Dieselbe Wohnung aus 1975 kommt mit 2.453 Euro auf rund 184.000 Euro.

Das Baujahr ist in Steyr der größte Hebel

Vergleicht man in der Tabelle die Bauperioden, fällt ein Sprung auf: Ohne Außenfläche kostet die Wohnung ab 1991 in der mittleren Größe 3.205 Euro je Quadratmeter, die aus 1961 bis 1990 dagegen 2.176. Das sind 47 Prozent. Mit Außenfläche sind es 44 Prozent. Zum Vergleich: In Linz liegt derselbe Abstand bei rund 30 Prozent, in Wels bei 5.

Mit Außenfläche ist die Bauperiode 1961 bis 1990 in Steyr die günstigste der drei, ohne Außenfläche liegt sie knapp über dem Altbau. Wohnungen dieser Jahrgänge stehen häufig vor Fenstertausch, Fassadendämmung oder Erneuerung der Haustechnik, und Käufer ziehen genau das vom Preis ab. Für Eigentümer heißt das: Bei einer Wohnung aus diesen Jahrgängen entscheiden die bereits erledigten Sanierungen über den Preis. Belege dafür gehören in die Verkaufsunterlagen.

Der Balkon wirkt vor allem im Altbau

Beim Neubestand ab 1991 liegt die Wohnung mit Balkon, Terrasse oder Garten rund elf Prozent über der ohne, ähnlich wie in Linz mit 14 Prozent. Beim Altbestand bis 1960 sind es 80 Prozent: 3.653 gegen 2.030 Euro je Quadratmeter in der mittleren Größe. Damit liegt die Altbauwohnung mit Außenfläche im Jahrgang 2025 sogar knapp über der Neubauwohnung mit Außenfläche.

Eine Freifläche ist im Altbestand selten, und was selten ist, wird bezahlt. Wer eine Altbauwohnung mit Balkon, Terrasse oder Garten verkauft, hat damit sein Hauptargument. Beim Neubau ist die Freifläche Standard, dort entscheiden eher Größe, Ausrichtung und Zustand.

Kleine Wohnungen kosten je Quadratmeter mehr

Das gilt in jeder Baujahrsklasse: Küche, Bad und Vorraum braucht jede Wohnung, egal wie groß sie ist. Diese Fixflächen verteilen sich bei 55 m² auf weniger Quadratmeter als bei 95 m².

Für Verkäufer heißt das: Eine große Wohnung bringt insgesamt mehr Geld, aber je Quadratmeter weniger. Wer den Quadratmeterpreis der kleineren Nachbarwohnung als Maßstab nimmt, rechnet sich zu reich.

Was die Tabelle nicht weiß

Die amtlichen Werte kommen aus den Kaufverträgen und kennen vier Merkmale: Bezirk, Baujahr, Wohnfläche und ob es eine Außenfläche gibt. Über den Preis Ihrer Wohnung entscheidet noch einiges mehr:

Wohnung und Haus im Verlauf

9821.5442.1052.6673.229201620182020202220242025
Eigentumswohnung, Bj. 1961–1990, mit AußenflächeHaus, Bj. 1961–1990, mittleres Grundstück
Statistik Austria, Immobilien-Durchschnittspreise, Jahrgänge 2016–2025 (veröffentlicht 28.05.2026). Bearbeitet: Jahrgänge zu Zeitreihen zusammengeführt, Veränderungen daraus berechnet. Werte in Euro je m² Wohnfläche.

Häufige Fragen

Ist der Quadratmeterpreis auf die Wohnfläche oder die Nutzfläche bezogen?

Auf die Wohnfläche. Das ist wichtig, weil im Wohnungseigentum gerne die Nutzfläche laut Nutzwertgutachten herangezogen wird, und die kann abweichen, je nachdem, wie Loggien, Keller und Abstellräume behandelt werden. Wenn Sie Preise vergleichen, vergleichen Sie zuerst die Flächendefinition.

Zählt der Balkon zur Wohnfläche?

Für diese Statistik nicht: Die Werte sind Euro je Quadratmeter Wohnfläche, und die Außenfläche ist der Grund für die zweite Tabellenzeile, nicht Teil der Fläche. In Inseraten wird das unterschiedlich gehandhabt, oft mit einem Anteil von einem Drittel bis der Hälfte.

Warum weichen die Preise auf Immobilienportalen ab?

Portale zeigen Angebotspreise, die Statistik Austria wertet abgeschlossene Kaufverträge aus. Dazwischen liegt die Verhandlung. Außerdem bilden Portale ab, was gerade inseriert ist. Bei einem laufenden Neubauprojekt sieht der Durchschnitt anders aus als der Bestand.

Meine Wohnung war einmal eine Genossenschaftswohnung. Worauf muss ich achten?

Auf den Kaufvertrag mit der Bauvereinigung. Darin steht, ob eine Nachzahlungsklausel besteht und wie lange sie läuft. Zusätzlich kann der Weg ins Eigentum darüber entscheiden, ob die Wohnung bei einer Vermietung an den Richtwert gebunden ist. Bringen Sie den Vertrag zum Erstgespräch mit, dann klären wir das gleich.

Was ist meine Wohnung wert?

Der amtliche Wert ist der Ausgangspunkt, danach kommen Stockwerk, Zustand, Ausrichtung, Rücklage, Bindungen und der Zeitpunkt dazu. Wir sehen uns die Wohnung an und melden uns binnen 24 Stunden werktags mit einer Einschätzung, kostenlos und ohne Verpflichtung.