Immobilienpreise Steyr: die Entwicklung von 2016 bis 2025
Zehn Jahre, drei Objektarten, eine Gegenprobe. Bauland in Steyr hat sich um 88 Prozent verteuert, die Eigentumswohnung der Baujahre 1961 bis 1990 um 130 Prozent. Und die Baukosten sind in jedem einzelnen dieser zehn Jahre gestiegen, auch 2023, als am Markt die Bremse gezogen wurde.
Über Immobilienpreise wird gerne mit Gefühl geredet: „Es geht wieder rauf“, „der Markt ist tot“, „warten zahlt sich aus“. Die amtlichen Reihen der Statistik Austria erlauben eine nüchternere Antwort, allerdings nur, wenn man weiß, wie sie gebaut sind. Der zweite Teil dieses Beitrags erklärt das, weil sonst die falschen Schlüsse herauskommen.
Alles auf einen Nenner gebracht
Euro je Quadratmeter Bauland und Euro je Quadratmeter Wohnfläche lassen sich nicht direkt vergleichen. Deshalb hier alle Reihen auf das Jahr 2016 = 100 gerechnet:
Die vierte Kurve ist die Gegenprobe: der Baukostenindex für den Wohnhaus- und Siedlungsbau. Er misst, was das Bauen selbst kostet, also Material und Lohn.
Was die Kurven zeigen
Bauland: Steyr stärker als Linz, das Umland schwächer
Bauland ist das einzige der drei Güter, das sich nicht vermehren lässt. Ein Haus kann man bauen, eine Wohnung in ein Dachgeschoß setzen; Bauland entsteht nur noch durch Umwidmung.
Der Quadratmeter Bauland in Steyr ist von 130 auf 245 Euro gestiegen, also um 88 Prozent. Linz kommt im selben Zeitraum auf 70 Prozent. Prozentuell hat Steyr damit aufgeholt, in Euro aber nicht. Der Abstand zur Landeshauptstadt ist von rund 187 auf rund 292 Euro je Quadratmeter gewachsen, weil Linz von einem mehr als doppelt so hohen Niveau aus rechnet.
Im Steyrer Umland ist der Aufholeffekt ausgeblieben. Steyr-Land liegt bei plus 63 Prozent, Kirchdorf bei plus 76, beide also unter der Stadt, obwohl sie von einem deutlich niedrigeren Niveau gestartet sind. Den stärksten Zuwachs in der Tabelle hat Linz-Land mit einer glatten Verdoppelung.
| Bezirk | 2016 | 2025 | Veränderung |
|---|---|---|---|
| Bezirk Linz-Land | 152 | 304 | +100 % |
| Bezirk Steyr | 130 | 245 | +88 % |
| Bezirk Steyr-Land | 86 | 141 | +63 % |
| Bezirk Kirchdorf | 70 | 122 | +76 % |
Bezirksdurchschnitt in Euro je m² Baugrundstück. Statistik Austria, Immobilien-Durchschnittspreise, Jahrgänge 2016–2025 (veröffentlicht 28.05.2026). Bearbeitet: Jahrgänge zu Zeitreihen zusammengeführt, Veränderungen daraus berechnet.
Ab 2022 laufen die Reihen auseinander
Zwei Dinge kamen 2022 zusammen: die KIM-Verordnung mit ihren strengeren Kreditvergaberegeln ab August 2022 und die Zinswende. Wer 2021 noch mit einem Prozent gerechnet hat, rechnete 2023 mit vier. Die monatliche Rate für dieselbe Wohnung stieg um die Hälfte, und ein Teil der Käufer fiel schlicht aus der Finanzierbarkeit.
In Steyr hat das die drei Objektarten unterschiedlich getroffen. Bauland trat 2023 auf der Stelle. Die Häuser der Baujahre 1961 bis 1990 auf mittlerem Grundstück hatten 2022 ihren Höchststand und liegen seither darunter. Die Eigentumswohnung desselben Baualters ist dagegen bis 2024 weiter gestiegen. Das passt zu einem Markt, in dem knappere Budgets zur günstigeren Objektart wandern.
Die Baukosten haben den Rückgang nicht mitgemacht
Das ist der interessanteste Punkt der ganzen Auswertung.
| Jahr | Index | zum Vorjahr | seit 2016 |
|---|---|---|---|
| 2016 | 70,8 | – | +0,0 % |
| 2017 | 73,2 | +3,4 % | +3,4 % |
| 2018 | 75,3 | +2,9 % | +6,4 % |
| 2019 | 76,2 | +1,2 % | +7,6 % |
| 2020 | 76,8 | +0,8 % | +8,5 % |
| 2021 | 84,8 | +10,4 % | +19,8 % |
| 2022 | 93,4 | +10,1 % | +31,9 % |
| 2023 | 94,4 | +1,1 % | +33,3 % |
| 2024 | 97,8 | +3,6 % | +38,1 % |
| 2025 | 100,0 | +2,2 % | +41,2 % |
Statistik Austria, Baukostenindex für den Wohnhaus- und Siedlungsbau, Jahresdurchschnitte. Bearbeitet: die Basen 2015, 2020 und 2025 zu einer Reihe verkettet (Basis 2025).
In zehn Jahren ist der Baukostenindex um gut 40 Prozent gestiegen, und zwar in jedem einzelnen Jahr. Kein Jahr mit einem Minus, auch 2023 nicht. Während also über fallende Immobilienpreise geschrieben wurde, ist das Errichten eines Hauses weiter teurer geworden.
Der wichtigste Vorbehalt: ein Jahrgang ist kein Jahr
Die Immobilien-Durchschnittspreise der Statistik Austria sind gleitende Fünfjahresmittel. Der Wert für 2025 entsteht aus den Kaufverträgen der Jahre 2021 bis 2025, wobei die älteren auf das Preisniveau 2025 hochgerechnet werden. Das hat zwei Folgen, die man kennen muss:
- Die Reihe reagiert träge. Ein Wendepunkt am Markt erscheint in dieser Statistik ein bis zwei Jahre später. Wer 2023 im Verkauf stand, hat den Rückgang gespürt, bevor er in der Tabelle stand.
- Ein Sprung im Jahrgang ist kein Preissturz und kein Boom. Wenn der Steyrer Baulandwert von 234,3 auf 283,4 Euro steigt und im Jahr darauf auf 244,9 zurückgeht, hat sich nicht der Markt zweimal gedreht. Es hat sich das Fünfjahresfenster verschoben und damit die Zusammensetzung der ausgewerteten Verträge.
Für die Frage „wo stehen wir strukturell“ ist die Reihe gut. Für die Frage „was ist heute drin“ braucht es aktuelle Vergleichsobjekte und Kenntnis der laufenden Verhandlungen. Das sind Datenpunkte, die noch in keiner Statistik stehen, weil die Verträge erst unterschrieben werden.
Grundstücke: Stadt und Umland im Verlauf
Wohnungen und Häuser im Verlauf
In Steyr erzählen die beiden Reihen zwei verschiedene Geschichten. Die Eigentumswohnung der Baujahre 1961 bis 1990 mit Außenfläche ist von 1.067 auf 2.453 Euro je Quadratmeter gestiegen. Das ist der stärkste Anstieg aller Reihen in diesem Beitrag, gerechnet von einem sehr niedrigen Ausgangswert.
Das Haus desselben Baualters auf mittlerem Grundstück ist von 1.920 auf 2.611 Euro gestiegen, mit dem Höchststand 2022 bei 2.990 Euro. Wer ein Haus auf mittlerem oder großem Grundstück heute an den Werten von 2022 ausrichtet, setzt den Preis zu hoch an.
Und 2026?
Die amtlichen Zahlen für 2026 gibt es Ende Mai 2027. Was wir aus der laufenden Vermittlung im Zentralraum sehen, ist ein Markt mit deutlich mehr Interessenten als 2023, aber mit preisbewussteren. Gut gelegene Objekte mit solidem energetischem Zustand verkaufen sich zügig. Bei sanierungsbedürftigen Objekten entscheidet der Ansatzpreis darüber, ob es sechs Wochen oder sechs Monate dauert.
Das führt zu dem Satz, den wir in fast jedem Erstgespräch sagen. Der teuerste Fehler beim Verkauf ist nicht ein Mangel am Objekt, sondern ein falscher Preis am Anfang. Ein Mangel, der bei der Prüfung auffällt, eingepreist wird und dem Käufer schriftlich bekannt ist, kostet einen Abschlag. Ein zu hoher Startpreis kostet die ersten sechs Wochen, und die sind die einzigen, in denen ein Objekt neu ist.
Häufige Fragen
Sind die Preise in Steyr jetzt gestiegen oder gefallen?
Über zehn Jahre deutlich gestiegen. Seit 2022 ist das Bild je Objektart verschieden: Ältere Wohnungen mit Balkon, Terrasse oder Garten haben weiter zugelegt, Häuser auf mittleren und großen Grundstücken liegen unter ihrem Höchststand von 2021 und 2022. Die Reihen in diesem Beitrag sind Durchschnitte über die ganze Stadt; einzelne Lagen und Objekte können davon abweichen.
Warum weichen die Zahlen von denen der Immobilienportale ab?
Die Statistik Austria wertet unterschriebene Kaufverträge aus, Portale zeigen Angebotspreise. Dazwischen liegt die Verhandlung, und in schwächeren Marktphasen wird die Lücke größer.
Holt Steyr Linz preislich ein?
Prozentuell ja, in Euro nein. Bauland ist in Steyr seit 2016 um 88 Prozent gestiegen, in Linz um 70. Der Abstand je Quadratmeter ist trotzdem von rund 187 auf rund 292 Euro gewachsen. Für Käufer bleibt das Preisniveau damit ein klares Argument für Steyr.
Soll ich mit dem Verkauf warten, bis die Preise weiter steigen?
Das lässt sich nicht seriös vorhersagen, und wer es Ihnen verspricht, verkauft Ihnen etwas. Was sich rechnen lässt, sind die Kosten des Wartens: laufende Betriebskosten, Instandhaltung, entgangene Verzinsung des gebundenen Kapitals und bei einem leerstehenden Objekt die stille Verschlechterung. Diese Rechnung machen wir im Erstgespräch gerne mit Ihnen konkret.
Was ist der Baukostenindex und warum steht er hier?
Er misst, was der Bau eines Wohnhauses kostet, also Material und Löhne, ohne Grund und ohne Gewinn. Er steht hier, weil er die einzige Reihe ist, die unabhängig vom Immobilienmarkt läuft und damit zeigt, wie teuer die Alternative zum Kauf eines Bestandsobjekts geworden ist.